WC behindertengerecht: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

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Schlagwörter: Kategorie: WC behindertengerecht

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Ein barrierefreies Badezimmer ist mehr als nur Komfort – es ist für viele Menschen essenziell, um ein selbstständiges Leben zu führen. Ein behindertengerechtes WC spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es Sicherheit und Bewegungsfreiheit bietet. Egal, ob im privaten oder öffentlichen Bereich, eine durchdachte Ausstattung kann den Alltag erheblich erleichtern. Doch welche Anforderungen muss es erfüllen? In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Normen es gibt.

WC behindertengerecht: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Barrierefreiheit bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern ist für viele Menschen eine Notwendigkeit. Laut dem Bundesamt für Statistik leben in der Schweiz rund 22 % der Bevölkerung mit einer Behinderung. Ein behindertengerechtes WC trägt dazu bei, ihre Lebensqualität zu verbessern und ihnen mehr Unabhängigkeit zu ermöglichen. Besonders im privaten Umfeld ermöglicht eine barrierefreie Sanitärlösung ein selbstbestimmtes Leben und reduziert die Notwendigkeit von fremder Hilfe. 

In öffentlichen Einrichtungen ist ein entsprechendes WC sogar gesetzlich vorgeschrieben, um Menschen mit Behinderungen eine gleichwertige Nutzung der sanitären Anlagen zu gewährleisten. Barrierefreiheit im Bad betrifft jedoch nicht nur Menschen mit einer dauerhaften Einschränkung – auch ältere Personen profitieren von ergonomischen und sicheren Lösungen, die Stürze vermeiden und den Alltag erleichtern können.

Gesetzliche Vorgaben und Normen für barrierefreie WCs

Ein WC behindertengerecht zu gestalten, erfordert die Einhaltung bestimmter Vorschriften. In der Schweiz gibt es klare Normen, die den Bau und die Ausstattung regeln:

SIA 500: Diese Norm legt die Anforderungen an hindernisfreies Bauen fest und definiert die Masse und Ausstattungsmerkmale für barrierefreie Sanitärräume. Sie stellt sicher, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität WCs problemlos nutzen können, indem unter anderem Bewegungsflächen und Höhenvorgaben festgelegt werden.

Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG): Dieses Gesetz sorgt dafür, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Es legt unter anderem fest, dass öffentliche Gebäude barrierefrei zugänglich sein müssen und die sanitären Einrichtungen diesen Anforderungen entsprechen müssen.

Wichtige Merkmale eines behindertengerechten WCs

barrierefreies waschbecken

Ein behindertengerechtes WC unterscheidet sich in mehreren Punkten von einem herkömmlichen WC. Diese Merkmale sind essenziell:

1. Sitzhöhe und Ergonomie: Die Sitzhöhe eines WCs spielt eine grosse Rolle für den Komfort und die Sicherheit. Ein WC behindertengerecht sollte eine Sitzhöhe zwischen 46 und 48 cm haben, um das Hinsetzen und Aufstehen zu erleichtern. Dies ist besonders wichtig für Menschen mit eingeschränkter Muskelkraft oder Bewegungseinschränkungen, da eine zu niedrige Sitzhöhe das Aufstehen erschwert.

2. Stützklappgriffe und Haltegriffe: Ein sicheres Haltesystem ist unerlässlich. Stützklappgriffe sollten neben dem WC angebracht sein, damit sich die Nutzer abstützen können. Sie sollten eine Belastbarkeit von mindestens 100 kg aufweisen. Diese Griffe helfen Personen, sich sicher auf das WC zu setzen und wieder aufzustehen, wodurch das Risiko von Stürzen minimiert wird.

3. Spülauslösung und Bedienbarkeit: Die Spülauslösung sollte leicht erreichbar sein. Sensorbetriebene oder berührungslose Spülsysteme erleichtern die Nutzung erheblich und erhöhen die Hygiene. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Kraft in den Händen kann ein berührungsloses System eine grosse Erleichterung darstellen.

4. Ausreichende Bewegungsfläche: Laut SIA 500 muss vor dem WC eine Bewegungsfläche von mindestens 150 × 150 cm frei bleiben, damit Rollstuhlfahrer problemlos manövrieren können. Dadurch wird eine komfortable und sichere Nutzung sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Begleitpersonen gewährleistet.

5. Wandhängendes oder Stand-WC: Ein wandhängendes WC ist vorteilhaft, da die Sitzhöhe individuell angepasst werden kann. Allerdings bietet ein Stand-WC oft eine höhere Stabilität. Beide Varianten können ein WC behindertengerecht machen. Ein wandhängendes WC ist besonders für Personen geeignet, die von einer individuell anpassbaren Sitzhöhe profitieren, während ein Stand-WC für Nutzer mit höherem Stabilitätsbedarf empfehlenswert ist. Letztendlich hängt die Wahl von den individuellen Bedürfnissen und den baulichen Gegebenheiten ab. Die Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen und baulichen Gegebenheiten ab.

Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen barrierefreien WCs

Die Anforderungen an ein behindertengerechtes WC unterscheiden sich je nach Einsatzort erheblich. Während im privaten Bereich individuelle Anpassungen möglich sind, müssen öffentliche WCs strengen Vorschriften entsprechen, um eine möglichst breite Nutzbarkeit zu gewährleisten. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

Privates behindertengerechtes WC

Flexibilität bei der Gestaltung: In den eigenen vier Wänden kann das WC individuell an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Man kann spezielle Sitzhöhen wählen, zusätzliche Haltegriffe installieren oder moderne Funktionen wie ein Dusch-WC integrieren.

Individuelle Anpassung an die Bedürfnisse: Ein privates behindertengerechtes WC kann nach persönlichen Anforderungen gestaltet werden. Dies betrifft die Platzierung von Haltegriffen, die Art der Spülauslösung oder den Einbau einer erhöhten Sitzposition.

Möglichkeit zur Nachrüstung: Viele bestehende WCs können nachträglich angepasst werden. Beispielsweise lassen sich höhenverstellbare Toilettensitze oder zusätzliche Haltegriffe einfach montieren, um mehr Sicherheit und Komfort zu gewährleisten.

Öffentliches behindertengerechtes WC

Muss strenge Vorschriften einhalten: Öffentliche barrierefreie WCs müssen den gesetzlichen Normen entsprechen, um eine universelle Nutzbarkeit sicherzustellen.

Braucht mehr Bewegungsfläche: Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben muss ein öffentliches behindertengerechtes WC eine Mindestfläche für Rollstuhlfahrer bieten. Diese grössere Bewegungsfläche erlaubt eine komfortable Nutzung und gegebenenfalls eine Begleitung durch eine Assistenzperson.

Muss universell nutzbar sein: Da öffentliche Toiletten von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen genutzt werden, müssen sie standardisierte Lösungen bieten. Dazu gehören höhenverstellbare Waschbecken, berührungslose Spülsysteme und stabile Haltegriffe auf beiden Seiten des WCs.

Wo sollten WC-Elemente platziert werden?

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Die richtige Platzierung von WC-Elementen ist entscheidend für eine barrierefreie Nutzung. Laut den Vorgaben der SIA 500 sollte das WC seitlich in einer Entfernung von 70 bis 80 cm von der Wand angebracht werden, um ausreichend Platz für einen Rollstuhl oder eine Begleitperson zu bieten. Haltegriffe sollten auf einer Höhe von 85 cm montiert werden, um eine optimale Erreichbarkeit im Sitzen und Stehen zu gewährleisten. Die Spülauslösung muss ebenfalls leicht zugänglich sein und sollte sich entweder direkt neben dem WC oder an der Wand befinden.

Einbau der WC-Tür

Eine barrierefreie WC-Tür muss bestimmten Anforderungen entsprechen, um eine sichere und einfache Nutzung zu ermöglichen. Die Tür sollte sich nach aussen öffnen, damit im Notfall ein Zugang möglich ist. Die Mindestbreite sollte 80 cm betragen, um Rollstuhlfahrern genügend Platz zu bieten. Zudem muss der Türgriff leicht erreichbar sein, idealerweise in einer Höhe von 85 bis 100 cm. Eine Schiebetür kann eine gute Alternative sein, da sie weniger Platz benötigt und einfacher zu bedienen ist.

Notrufanlage im behindertengerechten WC

In öffentlichen barrierefreien WCs ist eine Notrufanlage unerlässlich, um im Falle eines Unfalls schnelle Hilfe zu gewährleisten. Diese sollte so angebracht werden, dass sie sowohl vom Boden als auch vom WC-Sitz aus erreichbar ist. Üblicherweise besteht sie aus einer gut sichtbaren roten Notruftaste oder einer Zugkordel, die sich in einer Höhe von maximal 50 cm befindet. Nach Betätigung muss das Signal an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet werden, um eine rasche Reaktion zu ermöglichen.

Tipps für den Kauf und die Installation eines behindertengerechten WCs

1. Qualität und Material beachten: Achten Sie auf hochwertige Materialien, die leicht zu reinigen und langlebig sind. Keramik ist besonders robust und pflegeleicht. Antibakterielle Oberflächen können zusätzlich die Hygiene verbessern.

2. Die richtige Höhe wählen: Ein höhenverstellbares WC ist ideal für unterschiedliche Nutzer. Einige Modelle lassen sich per Knopfdruck anpassen und bieten somit maximale Flexibilität.

3. Haltegriffe richtig anbringen: Die Haltegriffe sollten rechts und links neben dem WC angebracht werden und mindestens 70 cm lang sein. Sie sollten in einer Höhe montiert werden, die das Abstützen erleichtert und genügend Stabilität bietet.

4. Zusatzfunktionen nutzen: Einige moderne WCs bieten zusätzliche Funktionen wie Dusch-WC-Technologie, beheizbare Sitze oder automatische Spülung. Zusätzliche Funktionen wie diese tragen massgeblich zur Verbesserung von Komfort und Hygiene bei.

Barrierefreiheit beginnt im Badezimmer

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Ein barrierefreies WC verbessert nicht nur den Komfort, sondern ist für viele Menschen essenziell für ein selbstbestimmtes Leben. Die richtige Ausstattung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Eine passende Sitzhöhe sorgt für Komfort, stabile Haltegriffe bieten Sicherheit, und eine barrierefreie Bedienung ermöglicht eine einfache Nutzung für alle. Denken Sie an die Zukunft und setzen Sie auf eine nachhaltige, durchdachte Lösung.

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